Motten im Wollteppich: wie beugt man vor und erkennt einen Befall?
Nicht die Motte selbst frisst Wolle, sondern ihre Larven. Sie mögen dunkle, ruhige Stellen: Teppiche unter Möbeln, im Schrank oder eingerollt im Keller. Die beste Vorbeugung ist ein Teppich, der benutzt und regelmäßig gesaugt wird. Anzeichen sind abgefressene, dünne Stellen, Faserkrümel und feine Gespinströhren auf der Rückseite. Bei Befall hilft Einfrieren: luftdicht verpackt, eine Woche bei minus 20 Grad.
Wer frisst eigentlich die Wolle?
Die Larven der Kleidermotte und des Teppichkäfers ernähren sich von Keratin, dem Eiweiß in Wolle, Haaren und Federn. Die erwachsenen Motten fressen nichts mehr, sie legen nur Eier. Ein Schaden durch Larven ist dauerhaft: Abgefressene Wolle wächst nicht nach.
Verschmutzte Wolle zieht die Larven stärker an als saubere. Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass das natürliche Wollfett Lanolin vor Motten schützt. Das stimmt nicht.
Wo Motten sich wohlfühlen
Motten meiden Licht und Bewegung. Ein Teppich mitten im Wohnzimmer, über den täglich jemand läuft und der regelmäßig gesaugt wird, ist selten betroffen. Gefährdet sind die ruhigen Ecken.
- Flächen unter Sofa, Bett oder Schrank, die nie gesaugt werden
- Teppiche, die eingerollt im Schrank, Keller oder auf dem Dachboden lagern
- Falten und umgeschlagene Ecken, die lange nicht bewegt werden
- Teppiche mit Essensresten oder anderem Schmutz im Gewebe
Woran erkennt man einen Mottenbefall?
Schauen Sie vor allem auf die Rückseite und unter Möbeln nach. Dort beginnt ein Befall fast immer, lange bevor man ihn auf der Oberseite sieht.
| Anzeichen | Wie es aussieht |
|---|---|
| abgefressene Stellen | die Wolle wirkt dünn, kahl oder wie abgeweidet |
| Faserkrümel | feiner, loser Wollstaub, der nach dem Saugen wiederkommt |
| Gespinströhren und Kokons | seidige kleine Röhren auf der Rückseite oder in Falten |
| Larven | kleine, helle Raupen, oft an der Unterseite |
| fliegende Motten | ein spätes Zeichen, die Larven sind dann meist schon da |
So beugen Sie vor
Zedernholz und Lavendel vertreiben erwachsene Motten höchstens ein wenig. Eier und Larven töten sie nicht. Eine Pheromonfalle ist ein Frühwarnsystem, keine Behandlung.
- regelmäßig staubsaugen, auch unter Möbeln und an den Rändern
- den Teppich alle paar Monate drehen, flache Kelims auch wenden
- Flecken und Krümel bald entfernen
- zur Lagerung sauber, trocken und kühl einrollen, nie dauerhaft falten
- gelagerte Teppiche alle vier bis acht Wochen ausrollen, ansehen und saugen
- eine Pheromonfalle im Lagerraum zeigt früh, ob Mottenmännchen fliegen
Befall entdeckt: Einfrieren statt Gift
Kälte tötet Eier, Larven und Puppen zuverlässig. Museen und Restauratoren nutzen dieses Verfahren für Textilien. Wichtig ist, dass der Teppich vorher sauber und trocken ist.
Wickeln Sie den Teppich luftdicht in Polyethylenfolie und verschließen Sie sie gut, damit sich beim Auftauen kein Kondenswasser auf der Wolle bildet. Dann eine Woche bei minus 20 Grad einfrieren. Danach den Teppich verpackt langsam auf Zimmertemperatur kommen lassen, erst dann auspacken und beide Seiten gründlich absaugen.
Bei einem großen Teppich, der in keine Truhe passt, oder bei sichtbaren Löchern ist ein Restaurator oder eine Teppichwäscherei die richtige Adresse. Löcher lassen sich dort nachweben.
Warum unsere Wolle ohne Mottenschutz-Ausrüstung bleibt
Unsere Kelims sind aus 100 % Schurwolle und ohne chemische Ausrüstung, also auch ohne Mottenschutzmittel. Das ist ein Grund, sie zu benutzen statt wegzustellen: Ein Teppich im Alltag ist der beste Mottenschutz.
Häufige Fragen
Schützt Lanolin vor Motten?
Nein. Das ist ein verbreiteter Mythos. Die Larven fressen das Keratin der Wolle, und verschmutzte, fettige Wolle zieht sie eher an.
Hilft Lavendel gegen Motten im Teppich?
Nur sehr begrenzt. Lavendel und Zeder können erwachsene Motten etwas fernhalten, Eier und Larven überleben aber.
Wie lange muss ein Teppich zum Einfrieren in die Truhe?
Bei minus 20 Grad etwa eine Woche, luftdicht in Folie verpackt. Danach verpackt auftauen lassen und gründlich saugen.
Bekommt ein Teppich in Benutzung Motten?
Selten. Motten mögen dunkle, ruhige Stellen. Regelmäßiges Saugen und Begehen stört sie.
Woher kommen Motten in der Wohnung?
Sie fliegen von draußen herein oder kommen mit befallenen Textilien oder Polstermöbeln ins Haus. Entscheidend ist, ob sie ungestörte Wolle finden.
