Lanolin: das Wollfett, das Teppiche schützt
Lanolin ist ein wachsartiges Fett, das die Haut der Schafe bildet, um das Vlies vor Nässe und Schmutz zu schützen. Bleibt ein Teil davon in der Wolle, wirkt es auch im Teppich weiter: Schmutz und verschüttete Flüssigkeit haften schlechter und lassen sich leichter entfernen. Gegen Motten hilft Lanolin dagegen nicht.
Woher kommt Lanolin?
Schafe haben in der Haut Talgdrüsen, die ein Fett absondern. Es legt sich um jede Faser des Vlieses und macht es wasserabweisend, damit das Tier bei Regen nicht durchnässt. Dieses Wollfett heißt Lanolin oder Wollwachs.
Nach der Schur steckt es in der Rohwolle. Wie viel davon im fertigen Garn bleibt, entscheidet das Waschen. Industriell aufbereitete Wolle wird gründlich gereinigt, dabei geht das meiste Lanolin verloren. Wolle, die von Hand verarbeitet und nur leicht gewaschen wird, behält deutlich mehr.
Was leistet Lanolin im Teppich?
Im Teppich macht das Wollfett dasselbe wie am Schaf, nur im Kleinen. Es bildet einen feinen Film auf der Faser, der eine Zeit lang schützt.
- Flüssigkeit perlt kurz ab: Ein Schluck Wasser oder Tee zieht nicht sofort ein, man hat Zeit zum Abtupfen.
- Schmutz bleibt an der Oberfläche: Staub und Krümel setzen sich weniger tief fest und lassen sich absaugen.
- Die Faser bleibt geschmeidig: Gefettete Wolle bricht weniger leicht und fühlt sich weich und griffig an.
- Längere Lebensdauer: Weil weniger Schmutz in die Faser reibt, nutzt sie sich langsamer ab.
Was kann Lanolin nicht?
Lanolin macht einen Teppich nicht wasserdicht. Bei viel Nässe oder längerer Feuchtigkeit zieht Wasser trotzdem ein. Deshalb gehört ein Wollteppich im Bad nur an eine trockene Stelle.
Ein verbreiteter Irrtum ist, dass Wollfett vor Motten schützt. Das stimmt nicht. Mottenlarven fressen das Keratin der Wolle, und verschmutzte, fettige Wolle ist für sie sogar eher anziehend. Wirksam ist etwas anderes: den Teppich benutzen, regelmäßig absaugen und ihn nicht lange zusammengerollt in einer dunklen Ecke liegen lassen.
Warum riecht ein Teppich mit viel Lanolin nach Wolle?
Das Wollfett trägt den typischen Geruch nach Schaf. Ein neuer Teppich aus wenig bearbeiteter Wolle riecht deshalb anfangs leicht danach, besonders wenn er eng verpackt war. Der Geruch ist ein Zeichen für Wolle, die nicht stark gewaschen und nicht chemisch ausgerüstet wurde.
Nach zwei bis drei Tagen an der frischen Luft, flach ausgelegt und einmal gewendet, ist er meist verflogen. Ein muffiger oder chemischer Geruch ist dagegen nicht normal.
Wie erhält man das Lanolin bei der Pflege?
Das Wollfett geht durch heißes Wasser, scharfe Reiniger und häufiges Nasswaschen verloren. Wer den Teppich schonend pflegt, behält den Schutz länger.
| Gut für das Lanolin | Schlecht für das Lanolin |
|---|---|
| Absaugen ohne rotierende Bürste | Teppichshampoo und alkalische Reiniger |
| Flecken mit kaltem Wasser abtupfen | Heißes Wasser und Dampfreiniger |
| Ab und zu draußen ausschütteln | Waschmaschine und Trockner |
| Grundreinigung selten, in einer Teppichwäscherei mit Handwäsche | Häufiges Einweichen |
Wie viel Lanolin steckt in Kelims von Kelimin?
Eine Laborzahl gibt es dafür nicht, und die Menge schwankt von Wolle zu Wolle. Sicher ist: Die Wolle ist handgesponnen, wurde nicht maschinell aufbereitet und hat keine chemische Ausrüstung. Deshalb ist darin noch natürliches Wollfett enthalten, das man am leichten Wollgeruch der ersten Tage und an der griffigen Oberfläche merkt.
Häufige Fragen
Ist Lanolin dasselbe wie Wollwachs?
Ja, beide Wörter meinen das Fett aus dem Vlies der Schafe. Gereinigtes Lanolin kennt man auch aus Salben und Cremes.
Kann man Lanolin im Teppich nachfetten?
Für Teppiche ist das nicht üblich und nicht nötig. Besser ist es, das vorhandene Wollfett durch schonende Pflege zu erhalten.
Hilft Lanolin gegen Motten?
Nein. Mottenlarven fressen die Wolle trotzdem. Regelmäßige Benutzung und Absaugen schützen viel besser.
Warum fühlt sich ein neuer Kelim leicht fettig an?
Das ist das natürliche Wollfett in wenig bearbeiteter Wolle. Es ist kein Mangel, sondern der Grund, warum Schmutz schlechter haftet.
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